20120728

es kann einfach nicht weitergehen wie bisher, ich halte diesen dreck hier nicht mehr aus. aber es wäre nur fair, meine mutter aufzuklären. ich sollte ihr sagen, was ich fühle und denke. aus dem grund habe ich ihr einen brief geschrieben. ob ich ihr den letzendlich gebe, steht noch in den sternen.
"liebe mama, ich möchte dir mit diesem brief sagen, wie es wirklich in mir aussieht. jedenfalls werde ich es versuchen, werde versuchen alles in worte zu fassen und es einigermaßen verständlich zu machen. ich hoffe, du wirst mich danach mehr verstehen. wenn du angst vor mir hast, wäre das nur mehr als verständlich. denn da wärst du nicht die erste. also du weißt ja, ich gehe gerne raus zu meinen leuten und mache was mit ihnen. es gibt tage, an denen ich auch lachen kann. meine "freunde" sehen mich an, und lachen mit mir. alle denken sie, mir geht es wieder gut. jeder einzelne denkt, dass die klinik-aufenthalte mir etwas gebracht haben. jedoch gebe ich nur vor jemand zu sein, der ich um gottes willen nicht bin. ich bin nicht glücklich, auch wenn ich lache. ich hasse meinen körper, auch wenn ich mal einen rock oder eine kurze hose anziehe. du weißt nicht, was für eine überwindung das alles ist. niemand hat ahnung von mir, weiß wie es wirklich in mir aussieht. aber ich werde es auch niemandem sagen. denn das monster in mir soll ihnen verborgen bleiben, sie sollen es niemals kennen lernen. ich möchte das einfach niemandem zumuten. ja mama, du hast richtig gelesen. das monster in mir, es lebt in mir, schreit und zerstört mich. es befiehlt mir dinge, macht die schlimmsten dinge mit mir. es lässt mich nicht schlafen. ganz langsam macht es mich kaputt, lässt mich nur leiden. ich kann dir nicht sagen, wie lange ich dem druck noch standhalten kann. wie lange ich das hier noch aushalte. aber du denkst auch, dass es mir besser geht. immer sagst du, ich sei selbstbewusster geworden. ja, vielleicht bin ich das. aber vielleicht bin ich einfach nur besser darin geworden, alle in dem glauben zu lassen, dass es mir besser geht. vielleicht bin ich einfach nur eine bessere schauspielerin geworden. die stimmen werden von tag zu tag lauter, die leere immer größer. gerne würde ich mal wieder etwas fühlen, mich spüren. doch ich kann nicht, ich fühle nichts. niemanden vermisse ich, lieben kann ich nicht. ich bin einfach leer, und kalt. kein wort dieser welt könnte beschreiben, was in mir vorgeht. dabei möchte ich nur verstanden werden. nein, ich möchte erlöst werden. möchte das nicht mehr ertragen müssen. möchte dem leben entrinnen, nicht mehr leben. das ist mein wunsch. und kennst du das, wenn du die klinge ansetzt und schneidest? du siehst das blut, und es beruhigt dich. jedenfalls nur für den moment. denn du weißt genau, es geht immer tiefer. tiefer kann man immer schneiden. also setzt du gleich in zweites mal ein, setzt mehr auf und schneidest tiefer. immer mehr blut, überall. nein, das gefühl kennst du nicht. und aus dem grund wirst du es niemals verstehen. jeder sagt zu mir, ich solle es lassen. jeder sagt, ich soll doch einfach aufhören und mir andere methoden suchen. aber nein, es ist nicht leicht. nichts auf dieser beschissenen welt ist einfach. und leben schonmal gar nicht. und weißt du, warum ich nicht esse? warum ich abnehmen will? klar, damit ich dünn werde. und schön. aber das ist nicht der einzige grund. ich möchte verschwinden, mich immer weiter auflösen, bis ich dann eines tages vollkommen verschwunden bin. bis ich weg bin. mama, es tut mir so leid alles. bitte verzeih mir."

1 Kommentar:

anna, you know hat gesagt…

ich mag dich so sehr